Euro oder Drachme? Die Frage beschäftigt die griechische Presse, während die Regierung ihre Verhandlungen mit der EU und dem IWF über ein neues Rettungspaket fortsetzt.

“Angesichts der größten Herausforderung für unser Land seit dem Sturz des Obristenregimes 1974 stehen wir vor der Wahl: Alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um in der Eurozone zu bleiben oder in einer unkontrollierbaren Pleite versinken und de facto zur Drachme zurückkehren”, meint To Vima. Die Tageszeitung greift auch die Parteien an, welche die Instabilität eher fördern würden. Die (sozialistische) PASOK, die (rechtsextreme) LAOS sowie die (konservative) Neue Demokratie “unterstützen zwar die Regierung, machen aber gleichzeitig Oppositionspolitik.”

Demgegenüber stellt To Ethnos fest, dass “das Dilemma ‘Euro oder Drachme’ niemandem gleichgültig ist, auch nicht dem linken Lager, das eine ganz andere Sicht vertritt. Fakt ist, dass sich hinter diesem Dilemma eine schwerwiegende Wahrheit versteckt. Die von der EU verordneten Maßnahmen und Rettungspakete für das Wohl unseres Landes haben uns der Drachme näher gebracht.” Aber, bedauert die Tageszeitung, “obwohl die Griechen zwar mehrheitlich keine Drachme wollen, interessieren sich immer weniger Menschen für diese Debatte.”

Dabei, so betont die Nachrichtenseite protagon.gr, würde “eine Wiedereinführung der Drachme 90 Prozent der Bevölkerung ärmer machen. Es muss uns klar werden, ob wir wollen oder nicht, dass wir alles daran setzen müssen, weiter zur Euro-Gruppe zu gehören. Wir dürfen nicht zum armen, kleinen Nachbarn der ‘großen Türkei’ werden. Es gibt sehr, sehr viel zu tun, es müssen viele Opfer gebracht werden, aber die Wahl liegt bei uns.”