Als neue Nationalhymne Deutschlands schlägt Elke Schmitter in ihrem Essay im Spiegel "Don't worry, be happy" vor. Zuversichtlich lächelten die Kandidaten einer sicheren Zukunft entgegen. "Bloß keine Unvorhersehbarkeit", scheint das Leitwort zu sein. Politik, Parteien, Strategen lebten in der einigen Gewissheit, die Deutschen wollten eine konfliktarme Politik. "Jetzt bitte alles mit Vorsicht, dreimal bedacht. Und bitte ohne Gefühl". Falsch, sagt die Autorin. Die gern zitierte "Historische Inflation [...], Weimarer Republik und die Nazi-Zeit sind Daten aus dem Geschichtsbuch". Heute gehe es dem Wähler um "die krasse Ungerechtigkeit in der Verteilung von Wohlstand und Sicherheit, die Verschrottung der Natur, die dauerhafte Verelendung ganzer Weltregionen und schließlich die Vernachlässigung und Apathisierung der Chancenlosen in Deutschland." Die Politikkultur des unaufhörlichen Nachbesserns, "ein stures Weiter-So" seien keine Antworten auf die Probleme sind. Es ist "dringend Zeit für Experimente". Zum Originalartikel im Spiegel