Griechenland muss zweifelsohne in der Eurozone bleiben. Alles andere wäre eine Tragödie. Dass so mancher die aktuellen Schwierigkeiten unserer Gesellschaft mit denen einer unkontrollierten Staatspleite vergleicht, zeugt von politischer Oberflächlichkeit. Eine seriöse Politik würde sich über die Parteipolitik hinaus ein differenzierteres Bild machen.

Die “Kluft” ist ein schlechter Ratgeber. “Drinnen oder draußen” ist die falsche Alternative in der Euro-Frage. Jeder vernünftige Bürger würde “drinnen” antworten. Man muss sich eher fragen, ob uns der von den Gläubigern aufgezwungene, unsäglich strenge Sparplan mit seinen guten und schlechten Aspekten wirklich aus der Krise oder ohne Umschweife in einen unkontrollierten Staatsbankrott führt?

Im Grunde wird von uns eine Abwertung des Landes verlangt, die in der momentanen Wirtschaftslage deutlich mehr negative als positive Auswirkungen haben wird. Ein Wirtschaftsplan ohne soziale Durchführbarkeit, verbunden mit einem unkontrollierten Staatsbankrott und Massenarbeitslosigkeit, kann die Wirtschaft weder stabilisieren und ankurbeln noch eine neue auf Export ausgerichtete Produktivität schaffen.

Die Reifen werden mit einer unglaublichen Leichtigkeit zerstochen. Und dann wird auch noch behauptet, dass damit das Auto 2012 oder 2013 schneller fahren wird. Am schlimmsten ist die Antwort von denjenigen, die das Land in diese Sackgasse gefahren haben: “Dann schlagen Sie doch etwas Besseres vor”. Als ob ihre Lösung vernünftig und durchführbar wäre.

Ich befürchte, dass es angesichts der Diskussionen mit den anderen Mitgliedsländern keine Lösung gibt. Auch nach nunmehr zwei Jahren gibt es keinen realistischen Fahrplan aus der Krise, der von der gesamten politischen Klasse unterstützt werden könnte. Die Troika serviert ihn uns auf dem Silbertablett und wir verhandeln umsonst… Auch Europa trägt Verantwortung.

Die Deutschen “haben die Schlinge zu fest zugezogen”. Ihr Sparpaket kann weder von Griechenland noch von irgend einem anderen europäischen Land gestemmt werden. Und bald wird auch Deutschland Schwierigkeiten bekommen! Aber wir müssen im Augenblick alles ertragen. Änderungen am “Rettungspaket”, besonders in Bezug auf die Staatsschulden, die Kredite [von EU und IWF] und dem Kampf gegen die Rezession, sind unvermeidbar… (mz)