Joost Mulder kennt alle Tricks. Fünf Jahre lang hat der smarte Niederländer für US-Investmentbanken und andere Finanzinstitute die Brüsseler Gesetzgebungsmaschine bearbeitet. Das politische Spiel im Geflecht aus EU-Kommission, Parlament und Ministerräten der 27 Regierungen ist sein Beruf. Viersprachig und mit allen bekannt bewegt sich der 31-Jährige geschmeidig auf dem Brüsseler Politik-Basar – ein Lobbyist aus dem Bilderbuch.

Mal würgten er und seine Kollegen Gesetzesinitiativen ab, indem sie Kommissare verschiedener Nationalität gegeneinander ausspielten. Mal beschaffte er von Beamten der EU-Zentrale brisante Verordnungen schon im ersten Entwurfsstadium, um rechtzeitig einen Strom von Einsprüchen aus vielen scheinbar unabhängigen Quellen zu organisieren. Und wenn ein unliebsamer Paragraf weder bei der EU-Kommission noch im Parlament zu verhindern war, dann galt es eben eine Blockade-Minderheit im Rat zu organisieren und dafür die persönlichen Assistenten einiger Minister zu gewinnen.

“Geben Sie mir 10.000 Euro Honorar und ich sorge dafür, dass Ihre Position im Ministerrat ein Thema wird, versprechen Lobbyisten ihren Kunden gern”, sagt Mulder – und lässt erkennen, wie er und seine Zunft dafür sorgten, dass die so oft angekündigten Finanzmarktreformen auch bald dreieinhalb Jahre nach dem Lehman-Crash wenig gegen die Risikogeschäfte der Banken und Fonds zulasten der übrigen Wirtschaft gebracht haben. Lesen Sie den ganzen Text auf der Website des Tagesspiegel...