Finanzen: Das zweite Leben des Euro

Dem Euro geht es schlecht. Es lebe der Euro! Festzug für eine Währungsgeburt, Paris, Januar 1999. (AFP)
Dem Euro geht es schlecht. Es lebe der Euro! Festzug für eine Währungsgeburt, Paris, Januar 1999. (AFP)
12. Februar 2010 – Die Zeit (Hamburg)

Er war eine Währung ohne Staat und abhängig von den Bewegungen der Finanzmärkte. Jetzt haben die 27 Griechenland ihre Unterstützung zugesichert, krempeln den Euro um und schaffen ein völlig neues System, in dem alle Verantwortung zeigen müssen, lobt Die Zeit.

Der Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Europas in Brüssel verdient das Attribut historisch. Er hat die Geschäftsgrundlage der Europäischen Währungsunion verändert. Der Euro ist ab heute nicht mehr die Währung, die er einmal war. Darin liegt eine große Chance.

Die Staaten der EU haben sich grundsätzlich darauf verständigt, Griechenland im Notfall Finanzhilfen zu gewähren, auch wenn zunächst noch kein Geld fließt, weil die Griechen erst im April wieder die Kapitalmärkte anzapfen müssen. Das Signal, auch an die Finanzmärkte, lautet: Die Gemeinschaft lässt ihr hoch verschuldetes Mitglied nicht allein; sie wird dem Land solidarisch beistehen, wenn es gilt, einen drohenden Staatsbankrott abzuwenden. Ob das am Ende über Kredite, Garantien oder den Ankauf von Staatsanleihen geschieht, ist noch nicht klar. Es ist aber auch zweitrangig.

Entscheidend ist, dass heute in Brüssel eine der Grundfesten der Währungsunion ausgehebelt wurde: das Prinzip, dass die Mitgliedsländer einander nicht helfen dürfen. Zum Originalartikel von Mark Schieritz auf Zeit-Online...

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