*"Fragen Sie einen Europäer, wie die Natur in Skandinavien oder Ungarn aussieht: er weiß nicht, was er sagen soll. Die Europäer wissen mehr über Amerika oder Afrika als über ihren eigenen Kontinent**"*, seufzt der Florian Möllers, deutscher Naturfotograf und Sprecher von Wild Wonders of Europe (WWoE). In De Morgen erzählt er, wie sein schwedischer Kollege Staffan Widstrand 2005 auf die Idee des Projekts kam, um eben diesen Tatbestand zu ändern. Er versammelte 69 Topfotografen um sich und schickte sie in 49 Länder. Ziel: den Menschen die Europäische Artenvielfalt nahe bringen. Im Rahmen des Internationalen Jahrs der biologischen Vielfalt wird das Projekt die Arbeiten Ende April (in Deutschland im Mai) in einem Bildband veröffentlichen (in Deutschland : Wilde Wonders of Europe, National Geographic Deutschland). Eine Wanderausstellung beginnt Ende August in Brüssel. Zahlreiche Fotografen haben bereits ihre Arbeiten online gestellt.

"Wir haben die Fotografen nicht in ihre Heimatländer geschickt, sondern in Gegenden, die sie nicht kannten. Sie sollten einen frischen Blick auf die europäische Natur werfen", erklärt Möllers. Für den deutschen Naturfotografen ist die Artenvielfalt der europäischen Flora und Fauna noch sehr beeindruckend: "In Europa ist die Natur noch nicht von Beton und Autobahnen verdrängt worden", sagt er. "Manche Tierarten wie Bären, Wölfe oder Adler vermehren sich wieder. Die vor zwanzig oder dreißig Jahren beschlossenen Naturschutzprogramme zahlen sich aus. Was zeigt, dass es sich lohnt, unser Naturerbe zu erhalten." (js)