Athen, halb eins, die Frisur sitzt nicht. Ein böser Seitenwind ärgerte gestern die Kanzlerin nach ihrer Landung in Athen und vermasselte die Fotos, als hätte Äolus den Sack mit den ungünstigen Winden geöffnet.

Es war eine dramatische Landung, live im Fernsehen übertragen, das hatte eine Anmutung von der Landung von Sadat in Israel oder von Nixon in China, eine Dramatik, die überraschte und die nicht nötig gewesen wäre.

Es ist schade, dass diese Reise so spät kommt. Immerhin freute sich die Kanzlerin beim Händeschütteln an der Landebahn über ein bekanntes Gesicht: „I remember“, konnte man sie flöten hören. Das ganze Kabinett war angetreten samt Premierminister, gleich am Rollfeld standen sie Spalier. Das sah weniger nach Protokoll aus als nach Panik. Der griechische Mitkommentator auf [dem deutschen Nachrichtensender] Phoenix sagte dazu: „Das hat es nur mal für de Gaulle gegeben, glaube ich.“ Merkel und die Griechen, das ist schon eine echte Beziehungskiste, und gestern war endlich Familienaufstellung.