"Wenn wir von menschlicher Vervollkommnung träumen, vom Stolz und Glück der Humanität, dann wendet sich unser Blick dem Mittelmeer zu", hat der französische Historiker Georges Duby einmal gesagt. Das war einmal. Inzwischen möchten viele die Pigs, wie Portugal, Italien, Griechenland und Spanien despektierlich genannt werden, lieber heute als morgen loswerden. Im Süden gärt die entsprechende "Los von Brüssel"-Stimmung.

Die europäische Peripherie von Portugal über die nordafrikanischen Staaten bis nach Griechenland gilt als Bedrohungszone, fast wie der Ostblock im Kalten Krieg. Im Süden, einst eine politische Himmelsrichtung, die heitere Assoziationen weckte, orten Politiker und öffentliche Meinung heute die größten Sicherheitsrisiken: islamistischen Terror, Euro-Crash und Flüchtlingswellen.

"Mare nostrum" nannten die Römer auf dem Höhepunkt ihrer imperialen Ausdehnung an allen Küsten des Mittelmeers "ihr" damit entstandenes "Binnenmeer", das sie als Seemacht kontrollierten und wirtschaftlich ausbeuteten. "Unser Meer" hieße heute, den Süden ohne imperiale Attitüden und ohne eine von Kurzfristdenken beherrschte Nutzungsambition als historischen Kern Europas zu rehabilitieren. Und dort ein ebenso zeitgemäßes wie zukunftsfähiges Friedens- und Entwicklungsprojekt aufzulegen.

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