Zu einem Time Warp and den Ort, wo die Uhren richtig gehen, lädt die Frankfurter Rundschau ein. Nach Görlitz, das im Osten liegt, "hinterm Berg", fast schon in Polen, aber genau auf dem 15. Längengrad. In dieser ehemaligen Tuchmacher-Stadt an der Handelsstraße Via Regia stehen heute 4.000 denkmalgeschütze Gebäude. "Man bewegt sich wie in einem Manufactum-Katalog der deutschen Geschichte (Es gibt sie noch, die guten alten Zeiten!), (...) performen lässt sich in diesem Ambiente gut. Der Schmuckladen (...)bietet Selbstgeschmiedetes, (...) im hinteren Teil der Ladenwohnung wird im historischen Kleid getöpfert."

Görlitz hat aber noch diese andere Besonderheit: seine polnische Schwester Zgorzelec, "die vor 1945 einfach ein jüngerer Ortsteil von Görlitz war – Europa findet hier sozusagen im eigenen Hause statt". Mit ihr gemeinsam hat es sich vor einigen Jahren vergebens um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben. "Denn wirtschaftlich laufen die Dinge inmitten der schönsten Bauhistorie keineswegs gut." Der Bürgermeister berichtet, wie wohltuend die Aufbruchstimmung damals war. Wirklich nahe gekommen sind sich die Einwohner der Schwesterstädte jedoch nicht.