Politiker schwärmen oft von Europas Vielfalt. Sie beziehen sich dabei auf die meist als interessant und bereichernd empfundenen kulturellen Traditionen jenseits der eigenen Landesgrenzen. Man freut sich an der Unterschiedlichkeit und will, dass die Unterschiede bleiben. Interessant ist, dass es mit der Freude, ja sogar mit ganz einfacher Toleranz recht schnell vorbei ist, wenn es um ökonomische Vielfalt geht.

Denn in der Haushaltspolitik fordern die europäischen Politiker Einheitlichkeit. Alle Länder, insbesondere die 17 Mitglieder Euro-Gruppe, sollen exakt dieselben wirtschaftlichen Kriterien erfüllen, alle nationalen Volkswirtschaften mit demselben Maß gemessen werden – und das, obwohl in Europa traditionell sehr unterschiedlich gewirtschaftet wird.

Dieses Konzept, alles in eine Schablone zu pressen, ist in der anhaltenden Krise an seine Grenzen gestoßen. Portugal, Spanien, Griechenland, Irland haben unglaubliche Spar- und Reformprogramme aufgelegt, um solide Haushalte zu erreichen und jene für alle Euro-Staaten geltenden Kriterien zu erfüllen. Dennoch haben sie die Ziele nicht erreicht. Die Schulden steigen.

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