Die Großmäuler dieser Welt (ob Präsident der USA oder nicht) können einpacken! Denn in Deutschland ("keiner Fliege etwas zu leide tun"), Spanien ("no haría daño ni a una mosca"), Schweden ("ej göra en fluga förnär") oder Lettland ("neizdarīs mušai pāri") ist es allseits bekannt, dass das Verschonen des nervigen Insekts für einen sanften Charakter steht.

Doch die Engländer trauen den fliegentötenden Obamas dieser Welt nicht. Denn nach dem Motto "außen hui innen pfui" kann sich sein äußerliches Saubermann-Image ("he looks like he wouldn’t hurt a fly") auch ganz schnell ins Negative wenden ("like a wolf in sheep’s clothing"), wenn sich der amerikanische Präsident als Wolf im Schafspelz entpuppt. In dieser Hinsicht sind auch die Spanier ("es un lobo con piel de cordero") eher skeptisch eingestellt.

Doch zurück zu den Fliegen. Zu Zeiten des französischen Sonnenkönigs amüsierten sich kokette Damen am Hof, indem sie sich falsche Schönheitsflecken schminkten, um ihre schneeweiße Haut in Szene zu setzen. Ebendiese "Fliegen" ("mouches") sollten dafür sorgen, dass sich die jungen Männer im Park von Versailles wie "die Fliegen um ein Marmeladenglas scharen" ("comme des mouches sur un pot de confiture"). Und wenn der charmante Verehrer eher einer dicken Hummel glich, konnten die Damen ganz einfach mit deutscher Grazie entgegnen: Mach die Fliege ! Aber Vorsicht sei geboten; denn im Französischen bedeutet "die Fliege machen" ("faire mouche"), sein Ziel zu erreichen! Der Stress im Schlosspark war somit vorprogrammiert…

Jane Mery et Pierre-Anthony Canovas

Übersetzung: Katharina Kloss