Nur 40 Prozent der Deutschen sehen 2011 ihre Zukunft in Europa, nur 25 Prozent haben noch Vertrauen in seine Institutionen. Diese Umfrage ist die Antwort auf 25 Milliarden Euro aus Berlin für die gut gepolsterten Eigentümer griechischer Banken. Nationale Engstirnigkeit ist dabei nicht am Werk. Denn vor allem der deutsche Süden zahlt für die Landsleute in Essen oder Bremen genauso ungern wie an Athen, Dublin oder Lissabon. Nur die Angstmacherei vor Nationalismus hält die EU noch am Leben. Die Ausbeutung durch Transfers sei allemal besser als Krieg, streut die Nomenklatura. Doch erstmals seit einem halben Jahrtausend können die Europäer postnational handeln. Nach dem Absturz der Kinderzahlen fehlt schlicht das Personal, weiterhin blutig übereinander herzufallen. Der Einigungsprozess ist kein Instrument der Kriegsverhinderung, sondern sympathischer Ausdruck der Kriegsunfähigkeit.

Ein Neuzuschnitt Europas wird zur Hoffnung für die Zukunft jenseits von Nation, Religion und Tradition. So schlug der schwedische Historiker Gunnar Wetterberg schon 2009 für den nordischen Raum eine Wiedergeburt der Kalmarer Union vor – mit Island, Dänemark nebst Grönland, Norwegen plus Spitzbergen sowie Schweden, Finnland und womöglich Estland. Mit 3,5 Millionen Quadratkilometern und 26 Millionen Bürgern entstünde die global achtgrößte Wirtschaftsmacht. Spätere Kandidaten wären die Niederlande und Flandern. Ein Bündnis mit der Atommacht Großbritannien würde die Nordsee zu einem Mare Nostrum machen und für USA/Kanada einen Partner stellen, mit dem auch der Nordatlantik unangreifbar bliebe. Zum Originalartikel auf der Website der Welt...