Pünktlich zum Geburtstag der BRD erleben wir das vorsichtige Ende des deutschen Selbsthasses, so berichtet der Spiegel. Die betreffende von der Düsseldorfer "Identity Foundation" in Auftrag gegebene Studie heißt: *"Deutsch-Sein – Ein neuer Stolz auf die Nation im Einklang mit dem Herzen**"*, Untertitel: *"Die Identität der Deutschen"*. Ihr Ergebnis: *"Die Deutschen scheinen im Hinblick auf die Bewältigung ihrer historischen Schuld langsam wieder Luft zum Atmen zu finden"*, und sind dabei weit entfernt vom säbelrasselnden Patriotismus der Vergangenheit. Das neue deutsche Nationalgefühl bestehe vielmehr aus geschichtsfernen, harmlosen Charaktereigenschaften: der deutsche Tüftlergeist, Pflichtbewusstsein, Leistungsorientierung, Liebe zum regionalen Brauchtum setzten nun das "Wir" zusammen. Die Bundesrepublik sei eine weitgehend mythenfreie Zone. Und selbst die deutsche Einigung, Idealquell für eine Mythenbildung, habe keine politische Großerzählung hervorgebracht, *"weil ihre freiheitlichen Helden nur aus einem Teil des Landes – dem östlichen – stammten."*