Gideon Rachman
Nach 15 Jahren beim Magazin The Economistwechselte Gideon Rachman im Juli 2006 zur Financial Times, wo er eine wöchentliche Chronik veröffentlicht. Er schreibt auch einen ausgezeichneten Blog über die amerikanische Außenpolitik, Europa und die Globalisierung.
Updated: 18. Januar 2017
Russland mag sich viel darauf eingebildet haben, dass die Ukraine das Assoziierungsabkommen mit der EU letztendlich doch nicht unterzeichnen wollte, doch die dadurch entfesselte Welle von Volksprotesten droht die Regierung zu stürzen und in Moskau Demokratiestimmung aufzuwirbeln.
Die Krise in Zypern könnte eine internationale Bankenpanik auslösen und beweist zugleich den Mangel an Vertrauen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. Die Länder des Nordens zeigen sich zusehends verärgter über ihre südlichen Nachbarn, denen sie einen Mangel an Verantwortungsbewusstein unterstellen, meint ein britischer Kolumnist.
Der britische Premier gewährt den Schotten 2014 ein Unabhängigkeitsreferendum. Spanien schließt dies in Katalonien als verfassungswidrig aus. Der eine Entschluss ist politisch ausgereift, der andere wird die separatistischen Forderungen wahrscheinlich anstacheln.
Dass François Hollande an seiner strammen Linie gegen die Sparpolitik festhält, muss er erst noch beweisen. Denn egal wie viele Zusätze er auch zu den europäischen Steuerabkommen aushandelt, das politische Unwetter in Griechenland wird seine Agenda eher früher als später vom Tisch fegen.
Während die Finanzkrise im Westen weiter grassiert, bricht die dominante Ideologie der über alles triumphierenden freien Marktwirtschaft zusammen. Doch welche neuen Trends zeichnen sich ab? Welche werden sich durchsetzen? Die Frage stellt sich Gideon Rachman.
Das Eintreffen technokratischer Regierungen in Griechenland und Italien mag zwar die nervösen Märkte beruhigen, doch es könnte auch Wasser auf die Mühlen der populistischen Parteien sein, die den Mangel an Demokratie innerhalb der EU anprangern, meint Gideon Rachman.
Sowohl die EU als auch die USA strampeln sich ab, um auf ihre jeweils eigene Art und Weise mit der Wirtschaftskrise fertig zu werden. Ein großer Irrtum, findet Gideon Rachman, da ihre Probleme mehr oder weniger dieselben sind.
Beim Libyenkrieg geht es um viel mehr als nur um Muammar Gaddafi. Sein Ausgang wird im ganzen Nahen Osten nachhallen und die internationale Politik auf Jahrzehnte beeinflussen. Ein entscheidendes Prinzip steht auf dem Spiel.