Briefing: Brexit or not Brexit ?

Presseurop

In Europa, aber wo genau? Seit seinem Beitritt zur EG im Jahr 1973 spielt Großbritannien nach anderen Noten als seine Partner. Der gemeinsame Markt ist ihm wichtiger als die politische Integration, es bleibt außerhalb von Eurozone und Schengener Raum und will von vertragsbedingtem Souveränitätsverlust nichts hören.

Seit David Camerons Wahl zum Premierminister 2010 sind die Euroskeptiker stark in den Medien, und die konservative Partei einflussreicher denn je. Sie wollen, dass Kompetenzen „von Brüssel nach Westminster zurückgeführt“ werden. Vor allem ein Referendum über die Beziehungen zwischen ihrem Land und der EU steht auf der Liste der Forderungen. Was den britischen Premier selbst betrifft, so haben sich seine Beziehungen zu den anderen europäischen Staats- und Regierungschefs durch seine Weigerung, den europäischen Fiskalpakt zu unterzeichnen, und seine Drohung, ein Veto gegen den EU-Haushalt einzulegen, deutlich verschlechtert.

Großbritannien und die EU sind an einem entscheidenden Punkt in ihrer Beziehung angelangt. Werden sie zu einem neuen Gleichgewicht finden oder bewegen sie sich auf den „Brexit“ zu, den britischen Austritt aus der EU?