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"Und jetzt?" Nach der aufmerksam in den Medien verfolgten Räumung des "Dschungels", des Flüchtlingslagers in Calais im Norden Frankreichs, stellt sich Libération die Frage nach der Zukunft der Bewerber um britisches Asyl und nach einer Lösung der Einwanderungsproblematik. "Bisher hat die EU die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für Ausländer und Asylbewerber vollständig aneinander angeglichen", berichtetdie linksliberale französische Tageszeitung und weist darauf hin, dass die Migrantenströme von der Dublin-II-Verordnung geregelt werden, die vorsieht, dass die Vertriebenen ihren Asylantrag in dem Land stellen, über das sie nach Europa eingereist sind. "Der Zustrom illegaler Einwanderer in den Dschungel von Calais, aber auch nach Lampedusa, nach Gibraltar oder anderswo, erfordert breitflächige, europäische Maßnahmen. […] Die Völker des Alten Kontinents müssen Abkommen zur gegenseitigen Unterstützung aushandeln […] und ein Asylsystem verabschieden. Nur so kann man eventuell solch unwürdigen 'Aufräumaktionen' ein Ende setzen", schließt die Zeitung.