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"Von den weltweit insgesamt durchgeführten Nierentransplantationen muss man etwa 6800 (das entspricht etwa 10 %) zum sogenannten 'Transplantationstourismus' zählen. Dabei können die Preise 100.000 Euros pro Operation übersteigen", enthüllt La Vanguardia. Die katalanische Tageszeitung beruft sich auf eine bahnbrechende Studie, welche der Europarat und die Vereinten Nationen gemeinschaftlich durchgeführt haben. Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einem internationalen Abkommen, der genau dieses Phänomen bekämpfen soll. Hauptsächlicher Grund für diesen 'Tourismus' ist der Mangel an Spendern. Allein in der EU sterben jedes Jahr 4000 Patienten während sie auf eine Organtransplantation warten. Daher "suchen diejenigen, die es sich leisten können" in Pakistan, Indien, China, den Philippinen, Ägypten oder Kolumbien nach "anderen Lösungen für ihre Gesundheit", berichtet die Weltweite Organspende- und Transplantationsüberwachung. Der Verantwortliche der spanischen Organspende-Organisation, Rafael Matesanz, der den Bericht mit verfasst hat, hält die weltweite Durchsetzung der 'vermuteten Einwilligung', wie sie derzeit in Spanien gilt (dem Land, welches die weltweit höchste Organspende-Rate hat), für die beste Lösung. "Es wäre möglich, anstatt der gegenwärtigen 100.000, eine Million Organspenden auf der ganzen Welt durchzuführen." Das Europäische Parlament hat diese Lösung schon gefordert.