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Ab September 2010 wird das niederländische Fernsehen zwei Sender mehr haben: PowNed und WNL, kündigt De Volkskrant an. Der Kultusminister Ronald Plasterk hat beiden Sendern wöchentlich zwei Stunden Fernsehprogramm und neun Stunden Radio genehmigt. Ziel ist es, wieder ein Gleichgewicht in der Medienlandschaft zu schaffen, der man oft vorwirft, sie sei eine "Hochburg der Linken". In der Tat sind es die Journalisen des konservativen Massenblatts De Telegraaf, die den Sender WLN (Wakker Nederland, "Aufgeweckte Niederlande") gegründet haben. Der Sender PowNed wird sich vor allem durch "voreingenommene und willkürlich übertriebene" Nachrichten auszeichnen. Er entspringt der Internetseite GeenStijl.nl und hofft besonders auf die jungen Fernsehzuschauer, indem er einen "harten, unverschämten und kritischen Ton mit einem Hauch von Humor" anschlagen wird. Das (in Europa einzigartige) niederländischen System der öffentlich rechtlichen Medien sieht vor, dass sich verschiedene (politische, religiöse und andere) Vereine die Sendezeit teilen. Zugelassen werden sie zu dem System, sobald sie 50.000 Beitragszahler auf sich vereinen können. Während die beiden Neulinge diese Sendezeit erhalten, verliert sie der Umweltverein Llink. Er muss seine Lizenz abgeben.