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“Die Krise ist sehr ernst. Wir müssen sofort handeln”: Il Sole 24 Ore zitiert auf dem Titelblatt die Worte von EZB-Chef Mario Draghi zur Eurokrise vor der EU-Wirtschaftskommission. Angesichts der Herabstufung der Kreditwürdigkeit einiger Euro-Länder und der Stagnation in der Wirtschaft, betonte Draghi die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung der europäischen Banken. Außerdem plädierte für Konjunkturmaßnahmen. Mit ihnen sollen die negativen Auswirkungen der Sparhaushalte auf das Wachstum begrenzt werden.

Zum selben Zeitpunkt stufte die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Bonitätsnote des EU- Rettungsschirms EFSF von der Bestnote AAA auf AA+ herab. Grund: Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit mehrerer beteiligter Länder vom 13. Januar.

Angesichts der dringlichen Lage bedauert Il Sole, dass der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sein für die kommenden Tage geplantes Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti bis auf Weiteres verschoben hat:

Forderte Nicolas Sarkozy bisher eine zentrale Rolle Frankreichs bei der Rettung des Euros, so scheint er heute auf den Standby-Modus umgeschaltet zu haben: Für ihn ist es nicht mehr dringend, die Schuldenkrise gemeinsam mit seinen deutschen und italienischen Partnern anzugehen, um den Euroskeptikern eine starkes und klares Signal zu geben, sondern zu Hause ein Wahldebakel zu vermeiden. Einmal mehr müssen Europa und die Finanzkrise warten .... Genau wegen solcher Verzögerungen kostet die griechische Schuldenkrise heute weit mehr als geplant, und die Spekulanten und zweifelhaften Rating-Agenturen diktieren weiter das Geschehen auf den Finanzmärkten.