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“Griechisches Schuldendebakel aufgedeckt”, titelt die Financial Times. Der Londoner Finanzzeitung ist ein “hochvertraulicher” Bericht zugespielt worden. In der zehnseitigen “Schuldenanalyse”, die den Regierungschefs der Eurozone letzte Woche übermittelt wurde, melden die Experten der Troika (EU, EZB, IWF) Zweifel bezüglich der Nachhaltigkeit einer Rettung an:

[…] sogar im Rahmen des optimistischsten Szenarios könnte das Athen auferlegte Sparprogramm Griechenland in eine so tiefe Rezession stürzen, dass auch ein zusätzliches dreijähriges 170 Milliarden Euro schweres Rettungspaket [136 Milliarden Euro sowie 34 Milliarden Euro, die noch vom ersten Hilfsprogramm in Höhe von 110 Milliarden Euro bleiben] dem Land nicht ermöglicht, sich aus dem Schuldenloch zu befreien.

Die Analysten monieren zudem in ihrem Bericht, dass Sparprogramm und Schuldenschnitt kontraproduktiv sein könnten:

Das strenge Sparprogramm schwächt die Wirtschaft und könnte so die Schuldenberge noch erhöhen, während der 200 Milliarden Euro-Schuldenschnitt vielleicht dazu führt, dass Griechenland die Privatanleger verängstigt und sich nie wieder an die Finanzmärkte wenden kann.

Den Verfassern des Berichts zufolge dürften die griechischen Schulden viel langsamer abgebaut werden als erwartet:

… bis 2010 nur auf 160 Prozent des Bruttoinlandprodukts, d.h. weit entfernt von den vom Internationalen Währungsfonds angepeilten 120 Prozent. Auf dieser Grundlage würde Griechenland 245 Milliarden Euro benötigen, viel mehr als die 170 Milliarden Euro, auf die sich die Minister der Euroländer am Montag in Brüssel in ihrer nächtlichen Verhandlung geeinigt haben.