„Selbstisolierung, Hegemonialanspruch, Ziellosigkeit.“ In diesen Worten fasst die Süddeutsche Zeitung nach ihrem Besuch bei der Königswinter-Konferenz die Lage Großbritanniens, Deutschlands und ihres Europas zusammen. Das Treffen lieferte dieser Tage „einen so ehrlichen wie düsteren Eindruck vom Dreiecksverhältnis zwischen Briten, Deutschen und ihrem Europa”, notiert die Münchner Tageszeitung.

Die Griechenland-Operation und die neue deutsche Stärke, ein fast schon hegemonialer Führungsanspruch Berlins, werden in Großbritannien mit großer Skepsis betrachtet. Ebenso argwöhnisch schauen die Deutschen auf ein Großbritannien, das die politische, ökonomische und auch historische Logik eines geeinten Europas nicht verstehen mag.

Da die Debatte um die gegenseitigen Ängste und die Schlüsselfragen zu Europas Zukunft konsequent vermieden würden, zeige die Konferenz mal wieder deutlich den Argwohn zwischen Deutschen und Briten, die, statt Brücken zu bauen, eher Tunnel graben.