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„Wir haben ein Problem: Das Gas ist verdampft.“ So kommentiert die Dziennik Gazeta Prawna den Bericht des Polnischen Geologischen Instituts (PIG) vom 21. März. Aus ihm geht hervor, dass die förderbaren Gasvorkommen in Polen sieben bis fünfzehn Mal geringer ausfallen als ursprünglich angenommen: Sie betragen nunmehr zwischen 346 und 768 Milliarden Kubikmeter.

In den 2011 erstellten Gutachten der US-amerikanischen Energieaufsichtsbehörde (Energy Information Administration, kurz: EIA) war von ca. 5,3 Billionen Kubikmetern polnischen Gasvorkommens die Rede. Die neuen Zahlen könnten Polens Hoffnungen auf eine Energieunabhängigkeit von Russland zunichtemachen. Zumal es sich ausgerechnet hatte, in den kommenden 300 Jahren kein russisches Gas mehr einführen zu müssen.

Auch wenn die polnischen Gasvorkommen trotzdem bis zu 1,92 Billionen Kubikmeter betragen, droht der Bericht „die Investitions-Euphorie polnischer und internationaler Unternehmen im Keim zu ersticken“, befürchtet Rzeczpospolita. Schließlich geht es „um riesige Geldsummen für Förderlizenzen und Probebohrungen“, präzisiert die Zeitung. Um mit einer positiven Meldung abzuschließen, berichtet das konservative Blatt, dass:

Polen [dadurch] zwar nicht zum weltweit führenden Gas-Exporteur wird, seine bestätigten und als förderbar erklärten [Gasvorkommen] aber sehr wohl ausreichen, um den Gasbedarf [des Landes] für einen Zeitraum von 35 bis 65 Jahren vollständig zu decken! Und daran war noch vor wenigen Jahren kaum zu denken.