Der Countdown läuft: Nur noch 25 Tage. Am 6. Mai sollen die Griechen zu den Wahlurnen schreiten, um ein neues Parlament zu wählen. Diese gestern verkündete Entscheidung hat sich Regierungschef Lucas Papademos nicht leicht gemacht. Seit November 2011 leitet er die Koalitionsregierung. Gegenüber To Ethnos erklärte er, „dass es sich um nichts Geringeres als die entscheidendsten vorgezogenen Wahlen der jüngsten griechischen Geschichte handelt”:

Seit Wochen schon wartet das Land auf eine solche Botschaft von Lucas Papademos. Der Termin am 6. Mai ist also keinesfalls verwunderlich. Ausschlaggebend ist allein, worum es geht.

Laut jüngster Umfragen werden zwischen dreizehn und zwanzig Prozent der Wähler für die rechtsliberale Partei Nea Dimokratia (deutsch: Neue Demokratie) stimmen. Halten die Befragten ihr Wahlversprechen, könnte ND die Wahl gewinnen und müsste ein Bündnis mit der sozialistischen PASOK oder anderen kleineren Parteien eingehen.

Für Ta Nea gibt es ein ganz anderes Problem:

Wir müssen uns fragen, ob wir verantwortungsbewusst wählen oder ein politisches Chaos vorziehen. Darüber, dass es eine Koalitionsregierung geben wird, weil keine einzige Partei die absolute Mehrheit schaffen kann, sind sich sämtliche Meinungsforschungsinstitute einig. Laut Umfragen wollen immer mehr Menschen für die Populisten wählen, die auf einer Anti-Sparkurs-Welle surfen und gegen das überwachende Auge Europas Stimmung machen. Für Versprechungen wird es im Wahlkampf diesmal keinen Platz geben. Zudem hat das seit 40 Jahren herrschende Zweiparteiensystem seine Spuren hinterlassen: Die politische Lage ist labil.