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Endlich "erwacht die Euro-Zone aus dem Schlaf der Gerechten" und denkt über die Schaffung eines europäischen Währungsfonds nach, schreibt das Handelsblatt, nachdem nun auch Wolfgang Schäuble sich für ein Instrument zur Kräftigung einer wachstumsorientierten Wirtschaft in Europa stark macht. Entgegen der Einwände von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark auf der Titelseite, ist der deutsche Finanzminister so auf die Linie seiner französischen Amtskollegin Christine Lagarde und von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn eingeschwenkt. Angesichts dieses ansehnlichen Konsens fragt sich die Wirtschaftszeitung, ob alle drei wohl dasselbe meinen. "Alles scheint möglich – von einer simplen EU-Kreditfazilität […] bis zu einer neuen Riesenbehörde mit Tausenden von Mitarbeitern. Die Brüsseler Kommission träumt anscheinend wieder einmal davon, sich Zugriff auf die nationale Wirtschaftspolitik zu verschaffen. Der Euro-Fonds käme dann wie ein trojanisches Pferd daher: Darin verborgen wäre eine zentrale Brüsseler Steuerung der nationalen Wirtschaftspolitik."