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"Armenien hat dem Versöhnungsprozess mit der Türkei einen harten Schlag versetzt", titelt Zaman. Die türkische Tageszeitung erklärt, dass der Versöhnungsprozess zwischen Ankara und Eriwan am 22. April überraschend ausgesetzt wurde, nachdem die armenische Regierung die Ratifizierung des Abkommens zur Normalisierung der Beziehungen mit der Türkei "auf Eis gelegt hat." Dies sei ein Hindernis für den türkischen EU-Beitritt, erklärt das türkische Blatt. Grund der armenischen Haltung seien "türkische Vorbedingungen" — der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Berg-Karabach soll erst beigelegt werden. Zaran erinnert auch daran, dass der Stopp der Verhandlungen zwei Tage vor dem Gedenktag an den Völkermord 1915 an den Armeniern durch das Osmanische Reich erfolgt. Der Tagesspiegel schreibt, dass türkische Intellektuelle am 24. April zum ersten Mal eine Gedenkveranstaltung in Istanbul für die Massaker an den Armeniern organisieren werden.