„Die Empörten verlassen die öffentliche Bühne ohne Fanfare“, schreibt La Croix und kommt auf die Räumung des Occupy-Camps von rund zwanzig Aktivisten vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt zurück. Die Tageszeitung meint:

Zehn Monate nach der Installation des Camps, läutet das Verschwinden dieser alternativen Enklave zwischen den Hochhäusern der weltgrößten Banken das Ende des „Occupy“-Phänomens ein.

In der Tat wurden vor dem Frankfurter Camp bereits die Lager in London (Februar 2012), Paris (Dezember 2011) und Madrid (Juni 2011) geräumt, wie die Tageszeitung erklärt. „Wenn auch hier und da noch ein paar Zelte stehen“, urteilt La Croix, „so hat sich die Bewegung, die die Macht des Kapitals, des Geldes und der Banken denunziert, überlebt.“ Der Grund dafür liege beim „Fehlen von Koordination und einer globalen Strategie.“

Die Tageszeitung hält dennoch fest, dass die Bewegung zwar schwächeln möge, die Umstände, die zu „Occupy“ geführt haben, aber immer noch relevant seien. „Andere Bewegungen werden entstehen“, erklärt der deutsche Politologe Tadzio Müller, für den sich „immer noch die Frage stellt: Wie schafft man soziale Macht?“