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„Europa, rette die Wissenschaft!“ fordert Gazeta Wyborcza nach der Sendung eines offenen Briefes von 42 Nobelpreisträgern und fünf Preisträgern der Fields-Medaille (für Mathematik) an EU-Spitzenpolitiker. Die Unterzeichner fordern von den Staats- und Regierungschefs, Forschungs- und Entwicklungsprogramme in ihrem mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 wohlwollend zu berücksichtigen und dem Spardruck nicht nachzugeben.

In ihrem offiziellen Haushaltsentwurf sieht die EU-Kommission fast 80 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung vor. Diese Summe könnte aber beim bevorstehenden EU-Sondergipfel am 22. und 23. November um zehn bis fünfzehn Milliarden gekürzt werden. In den Augen der Wissenschaftler würde dies unwiederbringliche Schäden verursachen:

Wissen kennt keine Grenzen. Der weltweite Markt für herausragende Talente ist ausgesprochen wettbewerbsgeprägt. Europa kann es sich einfach nicht leisten, seine besten Forscher und Professoren zu verlieren. Es müsste viel intensiver um ausländische Nachwuchstalente werben.

Die Wissenschaft ist der einzige Weg, in Europa dauerhaft Wohlstand zu sichern, lautet das Argument der Forscher. Werden die Mittel gekürzt, könnte Europa im Vergleich zu Nordamerika und Asien ins Hintertreffen geraten, warnen sie. Schon jetzt geben die EU-Länder pro Forscher viel weniger Geld aus als die USA, Japan oder Südkorea, klagt Professor Tomasz Dietl vom Europäischen Forschungsrat.