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„Es ist eine große Ehre“ und ein „besonderes Privileg, im Bundestag, dem Herzen der deutschen Demokratie, zu sprechen“. So lauteten die ersten Worte der Rede Mario Draghis vor dem Parlament in Berlin am 24. Oktober, die Die Welt als „Charme-Offensive“ bezeichnet. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) war eigens angereist, um vor den Parlamentariern seine umstrittene Krisenpolitik zu verteidigen. In Deutschland herrscht Angst, dass es durch den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB zur Inflation kommen könnte. Nach Aussagen der Welt versicherte Draghi den Abgeordneten…

[d]ie geplanten Staatsanleihenkäufe schützten auch den deutschen Steuerzahler […] Sie führten nicht zu Inflation. Daher stünden sie auch nicht im Widerspruch zum Mandat der EZB, Preisstabilität zu gewährleisten.

Draghis beschwichtigende Aussagen würden jedoch nicht ausreichen, meint die Wirtschaftswoche. Sie bezeichnete den EZB-Präsidenten auf ihrer Internetseite als „Trojaner im Bundestag“:

Wer sich den Präsidenten der Europäischen Zentralbank in Berlin angesehen und seine Rede genau zur Brust genommen hat, dem stockt der Atem. Schon dreist, was Mario Draghi im Bundestag abgeliefert hat. Man kann nur hoffen, dass die anwesenden Parlamentarier Draghis Märchen als solche auch erkannt haben.