EU-Abgeordnete und nationale Regierungen haben vermittelt, damit neue Bankenregelungen in die Gesetzbücher der EU aufgenommen werden, darunter auch die umstrittene Höchstgrenze für Banker-Boni. Der Jahresbonus darf damit nur noch höchstens doppelt so hoch sein wie das Festgehalt, berichtet die Financial Times.

Mit den Basel-III-Regeln vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht müssen Banken auch höhere Rücklagen vorweisen können, und ein Verschuldungsmechanismus dafür sorgen, dass es in den Bankbilanzen gar nicht erst zu übermäßigen Kreditaufnahmen kommt.

Die Einigung der EU kommt „ein bisschen spät, ist durchaus lückenhaft und wird von versüßenden politischen Zugeständnissen begleitet, die das Ganze unerträglich kompliziert machen – selbst für jene, die es aushandeln“, meint die Financial Times, und fügt hinzu:

Sollte das Gesetz aber verabschiedet werden, wird es gewiss dafür sorgen, dass sich das europäische Bankensystem an höheren und strengeren Maßstäben orientiert. [...] Seit 2008 ist dies die wichtigste [finanzpolitische] Entscheidung der Union, die einen ganz konkreten Bruch mit der regulationslosen Vergangenheit darstellt und den Grundstein für eine zukünftige Bankenunion legt.

Allerdings haben „nur wenige EU-Gesetze in jüngster Vergangenheit so viel Streit angezettelt – insbesondere in Großbritannien“, schreibt Barker weiter und betont, mit welcher Vehemenz sich Großbritannien gegen die Begrenzung der Banker-Boni gesperrt hatte.

In Genf bezeichnet Le Temps die Einigung als „Niederlage für die britische Regierung, die sich lange gegen eine solche Begrenzung gewehrt hatte, um die City nicht zu kränken, die etwa 700.000 Menschen beschäftigt.“

Nachdem 2008 Prämien in rekordverdächtigem Umfang von 13,30 Milliarden Euro gezahlt wurden, ist die Gesamtsumme der in London verteilten Boni um mehr als die Hälfte auf fünf Milliarden Euro geschrumpft. Das zeigen die Zahlen des Forschungszentrums Center for Business and Economic Research. 2013 sollen nur noch 1,7 Milliarden und in den kommenden Jahren noch weniger gezahlt werden.

Die Schweizer Tageszeitung betrachtet die Geste der Europäischen Union mit kritischeren Augen und warnt: „Es könnte genauso gut sein, dass dies kaum Auswirkungen auf die Lohnzettel der Finanzakteure hat. Insbesondere für jene in London, deren Jahresgehälter mitunter 5,7 Millionen Euro betragen.“