Geht es um „die Gesundheit, ist Europa zweigeteilt“, meldet El País nach der Veröffentlichung des EU-Gesundheitsberichts 2012 den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an diesem Mittwoch veröffentlicht hat.

Wie die Tageszeitung aus Madrid berichtet, gehören „die Spanier zu den Europäern, die am längsten leben“. Zum Teil erklären die mediterrane Ernährungsweise und der Genuss wenigprozentigen Alkohols diese Lebensdauer.

Von allen Frauen in Europa leben die Spanierinnen mit einer Lebenserwartung von 85 Jahren am längsten, d. h. zwölf Jahre länger als die Moldawierinnen oder Kirgisinnen, die kürzer leben als alle anderen auf dem Kontinent.

Es handelt sich dabei aber nur um einen der Faktoren für diese bedeutenden Ungleichgewichte, die noch immer zwischen den 53 Ländern der europäischen Region herrschen. Nach wie vor sind die Sterblichkeitszahlen im Osten aufgrund von Krankheiten oder aus Mangel an Trinkwasserzugängen am höchsten. Das sich daraus ergebende Bild zeichnet einen Kontinent mit zwei unterschiedlichen Gesichtern.

Nichtsdestotrotz „lebt man in Europa immer länger“, betont El País. Ein Paradox, das auch die Süddeutsche Zeitung hervorhebt:

Die Lebenserwartung steigt deutlich: 2010 wurden die Europäer im Schnitt 76 Jahre alt und lebten damit fünf Jahre länger als noch 1980. Doch zwischen den Ländern mit der höchsten und der niedrigsten Lebenserwartung klafft eine gewaltige Lücke: Schweizer, Isländer und viele Bewohner des Mittelmeerraums erreichen im Schnitt ein Alter von 82 Jahren. Einwohner Russlands können dagegen nur auf knapp 69 Lebensjahre hoffen.

Darüber hinaus weist die Tageszeitung aus München auf die „Todesursache Nummer eins“ hin, an der fast jeder zweite Europäer stirbt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor allem Herzinfarkte und Schlaganfälle. Wie das Blatt berichtet, ist „die Sterberate bei männlichen Herzpatienten in manchen osteuropäischen Ländern 13 Mal höher als in anderen Regionen Europas“.

Unterdessen weist El País darauf hin, dass der Bericht nicht die Auswirkungen der Krise auf die Gesundheit berücksichtigt. In den Augen der spanischen Tageszeitung könnte es vor allem die „staatliche Gesundheitspolitik“ der Länder etwas an diesen Zahlen ändern.