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Der italienische Außenminister Giulio Terzi trat am 26. März unerwartet zurück, und zwar infolge einer diplomatischen Auseinandersetzung mit Indien über die Auslieferung von zwei italienischen Marinesoldaten. Die Soldaten werden beschuldigt, während des Eskortieren eines Schiffs im Indischen Ozean irrtümlich zwei Fischer getötet zu haben, die sie für Piraten hielten. Terzi erklärte, er sei mit der Auslieferung der Männer nicht einverstanden, was eine frühere Entscheidung der italienischen Regierung rückgängig machte. Dies löste in New Delhi Verärgerung aus.

Ministerpräsident Mario Monti und Präsident Giorgio Napolitano äußerten ihren Missmut über seinen Rücktritt, der zu der andauernden politischen Ungewissheit nach dem jüngsten Wahlergebnis hinzukommt. Weiter äußerten sie den Verdacht, Terzi wolle den Zorn der Bevölkerung über die Auslieferung zur Förderung seiner politischen Karriere nutzen.