„Schiefergasrevolution in Europa undenkbar“ titelt Het Financieele Dagblad am Tag nach der EU-Umweltministerkonferenz vom 27. März. Das Wirtschaftsblatt erklärt, dass die EU-Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard, sowie ihr Kollege vom Energieressort, Günther Oettinger, der Begeisterung mancher Mitgliedstaaten vis-à-vis der Förderung von Schiefergas, von dem es in Europa erhebliche Reserven geben soll, einen Dämpfer versetzt haben.

Manche Länder (Frankreich, Bulgarien) haben ein Moratorium durchgesetzt, andere (Großbritannien, Polen) haben mit der Förderung begonnen. Die Zeitung notiert, dass die EU-Kommission bis Ende des Jahres einen politischen Rahmen schaffen will, um den Schiefergasabbau in den Ländern, die auf diese Form der Gewinnung zurückgreifen wollen, zu reglementieren.

Die Tageszeitung betont, dass die Gewinnung von Schiefergas wegen der Auswirkungen auf die Umwelt „umstritten“ sei und zitiert Connie Hedegaard:

Uns muss klar sein, dass die (Gas-) Preise bei uns niemals so stark sinken werden, wie in den Vereinigten Staaten. Hier [in Europa] gibt es keine riesigen unbewohnten Gebiete, wo man bohren kann, ohne dass ein Hahn danach kräht.

Darüber hinaus gäbe es in der Europäischen Union strengere Umweltgesetze und andere geologische Gegebenheiten als in den USA, wo der Gaspreis im Vergleich fünf Mal niedriger ist. Fazit:

Experten, unter anderem der Internationalen Energieagentur (IEA), raten davon ab, alles auf Schiefergas zu setzen.