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In seiner Rede am 14. April hat sich Zyperns Präsident „direkt an die Russen gerichtet“, berichtet O Phileleftheros. In seiner Ansprache, die Nikos Anastasiadis in Limassol vor russischen Geschäftsleuten hielt, bot das Staatsoberhaupt all jenen die zyprische Staatsbürgerschaft an, die aufgrund des Rettungspakets und der Restrukturierung des Bankensystems mehr als drei Millionen Euro verloren haben. Wie die Tageszeitung erinnert, galt dies bisher nur

für jene, die auf Zypern mindestens fünfzehn Millionen Euro investiert haben. Nun will Präsident Anastasiadis aber ein deutliches Zeichen setzen... insbesondere gegenüber den Russen. Während der Ministerrat dem Projekt erst noch zustimmen muss, hoffen zahlreiche Abgeordnete bereits, das Vertrauen der russischen Investoren im Land durch diese Maßnahme zurückzugewinnen. [...] Ferner forderte der Präsident russische Öl- und Gasunternehmen auf, mehr Interesse an den enormen Potenzialen zu zeigen, die der Energiesektor Zyperns birgt.

Aufgrund des Rettungspakets für die Insel, an das die Besteuerung von Bankeinlagen über 100.000 Euro geknüpft ist, „wird die Attraktivität Zyperns für Anleger aus dem Ausland sinken und die Wirtschaft des Landes drastisch schrumpfen“, meint Spiegel Online. Spiegel Online weist zudem darauf hin, dass eine

EU-Staatsbürgerschaft für viele Russen unter anderem wegen der für russische Staatsbürger geltenden Visa-Beschränkungen interessant sein dürfte. Davon will Anastasiades profitieren.