Offshore Leaks ermittelte dieses Jahr über die Ausmaße der Guthaben in Steuerparadiesen. Das brachte die europäischen Staats- und Regierungschefs dazu, beim dieswöchigen G8-Gipfel in Nordirland die Transparenz der Finanzen zu besprechen, schreibt der EUobserver.

Die Website bezieht sich auf eine Ankündigung des britischen Premierministers David Cameron zwei Tage vor dem Gipfel: Zehn für ihren Steuersonderstatus bekannte Protektorate werden die Inhaber von Stiftungen, Treuhand- und Mantelgesellschaften registrieren. Das soll „neue Standards für den Austausch von steuerlichen Informationen“ zwischen Zuständigkeitsbereichen setzen.

Camerons Worte folgen auf das Versprechen der Europäischen Kommission, bis Ende des Jahres eines der strengsten Steuertransparenzgesetze der Welt einzurichten.

The Economist erklärt ebenfalls, dass die Transparenz durch diese Enthüllungen zu einem der Hauptanliegen des G8-Gipfels wurde. Letzterer ist für Cameron und andere Regierungschefs ein idealer Anlass, nach Maßnahmen zu drängen, um die Steuerparadiese im Zaum zu halten:

„Die OECD arbeitet an einer Reihe von Reformvorschlägen, die im Juli einem anderen Gipfel, dem G20, vorgelegt werden sollen. [...] Eine starke Unterstützung von Seiten des G8 wäre hilfreich.“

Der EUobserver zitiert den EU-Steuerkommissar Algirdas Šemeta, der zugibt, Offshore Leaks sei „der bedeutendste Auslöser“ für das harte Durchgreifen:

Dadurch wurde die ganze Sache sichtbar gemacht und die Ausmaße des Problems wurden politisch anerkannt.

Das International Consortium of Investigative Journalists, das die Offshore-Leaks-Ermittlung führte, startete mittlerweile am 14. Juni eine Online-Datenbank, in welcher die Namen von Inhabern angegeben sind, die hinter mehr als 100.000 geheimen Offshore-Beständen stehen.