Die Fischbestände im Mittelmeer könnten schon bald zur Neige gehen, warnt La Repubblica, nachdem sich das Europäische Parlament auf einen Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) für den Zeitraum 2014 bis 2020 geeinigt hat.

Laut der italienischen Tageszeitung sind die Zahlen des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschuss für die Fischerei eindeutig:

95 Prozent der Fischbestände im Mittelmeer sind gefährdet. Die durch permanente Überfischung bedrohten Bestände werden sich nicht wieder erholen können, solange der Fischfang in den kommenden fünf Jahren nicht um mindestens 45 oder 50 Prozent reduziert wird.

Bedauerlicherweise weisen die jüngsten Tendenzen in die entgegengesetzte Richtung: Von dem Budget, das für den Zeitraum zwischen 2006 und 2013 für die Entwicklung nachhaltiger Fischereipraktiken zur Verfügung stand, wurde kaum etwas genutzt, berichtet La Repubblica.

Italien gehört zu den Ländern, die am schlechtesten abschneiden: Es gab nur 23 Prozent der 900 Millionen Euro aus, die zur Verfügung standen. Die wesentlichste ‚Nachhaltigkeitspolitik’, zu der man sich bisher durchringen konnte, ist das einmal im Jahr verhangene 45-tägige Fangverbot. Allerdings dient dieses lediglich dem Subventionsbetrug als sich tatsächlich positiv auf die Fischbestände auszuwirken. Daraufhin sank die Produktivität in dem Zeitraum zwischen 2000 und 2010 um 48,8 Prozent, wodurch die Einkommen um 31 Prozent gesunken sind und die Existenzgrundlagen von Tausenden von Fischern bedrohten.

Mit Blick auf die Verbraucher schreibt La Repubblica unterdessen, dass...

...wir uns besser darauf vorbereiten sollten, Quallen zu essen, weil allein ihre Anzahl zunehmend steigt.