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Am dritten Tag in Folge sind die Anhänger der Bewegung Forconi [Mistgabeln] in Italien auf die Straße gegangen. Um gegen den Sparkurs der Regierung und den Euro zu protestieren, errichteten sie Straßenblockaden und behinderten öffentliche Dienstleistungen, berichtet La Stampa.

Der Bewegung, die 2011 ins Leben gerufen wurde, als Mario Monti die italienische Regierung anführte, gehören die unterschiedlichsten Anhänger an: Sowohl krisengebeutelte Marktschreier, LKW-Fahrer und Kleinunternehmer, als auch Rechtsextreme und Fußball-Hooligans.

Sollte die Regierung eine für den 11. Dezember geplante Misstrauensabstimmung überstehen, drohten einige der Organisatoren mit einem „Marsch auf Rom”. Auch sicherten die Oppositionsführer Silvio Berlusconi und Beppe Grillo ihnen beide ihre politische Unterstützung zu.

In ihrem Leitartikel bewertet La Stampa diese Demonstrationen als ganz besonders besorgniserregend, weil...

... sie die ersten in Italien sind, die seit langer Zeit wieder mit leerem Magen durchgeführt werden. Genauer gesagt mit der Angst, dass der Magen bald leer sein wird. [...] Wir dürfen nicht vergessen, dass in Griechenland unerwartet viele Rentner die von gewaltsamen Ausschreitungen gezeichneten Straßen gegangen sind. Verzweiflung kann jeden verwandeln.