Cover

Le Monde widmet seine gesamte Titelseite dem Attentat von Mittwoch 7. Januar auf die satirische Wochenzeitschrift Charlie Hebdo. 12 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Das französische Referenzblatt kommentiert in einem Editorial sehr emotionell:

Es fehlen die Worte, um das Ausmaß der Schockwelle, die am Tag nach dem terroristischen Attentat gegen Charlie Hebdo Frankreich erfasst hat. Es ist ein Schock der, unter Vorbehalt der Proportionen, an jenen Schockzustand des 11. September erinnert.

Die Zeitung würdigt die Arbeit seiner ermordeten Kollegen und betont:

Seit Jahren, Jahrzehnten widerstehen sie durch Karikaturen, Humor und Respektlosigkeit jedem Fanatismus, gingen gegen Fundamentalismus vor, verurteilten Dummheit und verspotteten Institutionen.

Selbst wenn die Redaktion von Charlie Hebdo wusste, dass sie bedroht sei, habe sie „nicht zurück geschreckt oder mit der Wimper gezuckt.“ Le Monde verurteilt die Attacke, warnt jedoch auch vor der darin enthaltenen Falle: „Trennlinien, Verdacht, Misstrauen, die die Französische Gesellschaft durchziehen, verschärfen.“ Die Zeitung appelliert, „etwaiges Amalgam zwischen den Attentätern und der muslimischen Gemeinde zu vermeiden“ und begrüßt die spontanen Versammlungen die am Tag des Attentats in republikanischer Stimmung stattfanden. Das Editorial schließt mit den Worten, die als Solidaritätskundgebung in Frankreich und auf der ganzen Welt bekannt wurden: „Wir sind alle Charlie.“