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„Hochgeschwindigkeitszug TGV nach Schlacht am Start“, titelt La Stampa. Am Vortag ist es zu Beginn der Bauarbeiten der Hochgeschwindigkeitsstrecke Lyon-Turin durch das Susatal (Val di Susa) zu Ausschreitungen gekommen. Bei den Vorfällen wurden vier Demonstranten und 25 Polizisten verletzt. Mehrere tausend Aktivisten des Kollektivs „No TAV“ („gegen Hochgeschwindigkeit“) errichteten Barrikaden, und es kam zu Zwischenfällen mit der Polizei, die den Weg räumen wollte, berichtet das Blatt. Die Zeitung notiert mit Genugtuung, dass „die Mauer der Rechstwidrigen“ rund um den Bau eingerissen worden sei, gesteht aber ein, dass die Befürchtungen der Anwohner um die Auswirkungen des Baus auf das Tal legitim seien. „Der Baubeginn sendet ein erstes positives Signal in Richtung Europäische Kommission, die Italien zur Einhaltung der Fristen ein Ultimatum gestellt hatte. „Es musste unbedingt vor Ende Juni mit dem Bau begonnen werden“, ansonsten, wie La Stampa schreibt, wären die EU-Subventionen in Höhe von 600 Millionen Euro für die Strecke Lyon-Turin — welche die Fahrzeit von Paris-Mailand ab 2023 von sieben auf vier Stunden senken soll — möglicherweise gestrichen worden.