The Independent berichtet, dass Liechtenstein die deutschen Juden verärgert hat, indem es den Holocaust als Vorwand verwendete, um seine Bankregeln nicht zu verschärfen. "Wir und die Schweiz haben mit dem Bankgeheimnis vielen Menschen das Leben gerettet, besonders Juden", erklärteFürst Hans-Adam II. dem Liechtensteiner Volksblatt. Er führte weiter aus, die versteckten Bankkonten hätten nicht nur den deutschen Juden ermöglicht, sich freizukaufen, sondern dienten auch heute noch Menschen, die in "Drittweltländern, die teilweise von blutrünstigen Diktatoren regiert werden", der Unterdrückung entgehen wollen. Die deutsche Regierung übt Druck auf Liechtenstein aus, damit es bei seinen geheimen Bankpraktiken härter durchgreift, die mutmaßlich wohlhabenden Deutschen zur Steuerhinterziehung dienen.

Diese Kommentare wurden zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt abgegeben, nämlich kaum eine Woche nachdem Liechtenstein ein Abkommen mit Großbritannien geschlossen hat, in welchem es verspricht, seine Lücken in der Steuergesetzgebung zu schließen, was der britischen Regierung ca. eine Milliarde Pfund einbringen soll. The Guardian nannte dies ein "banbrechendes Abkommen. 5.000 Briten würden nun ihr Erspartes offenlegen. Steuerparadiese wie Liechtenstein und die Schweiz zu knacken, gehörte zu den Zielsetzungen, auf die man sich beim G20-Gipfeltreffen im April geeinigt hatte.