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„Berlusconi: Das Land ist solide.“ So lautet laut La Stampa die Grundessenz der ungeduldig erwarteten Rede des Regierungschefs vor dem Parlament. Ziel dieser war es, die Märkte von der Ernsthaftigkeit der im Juli verabschiedeten Sparmaßnahmen in Höhe von 48 Milliarden Euro zu überzeugen. In seiner etwas langatmigen Ansprache redete der Cavaliere allerdings um den heißen Brei herum. Die Investoren, die zunehmend darum besorgt sind, dass die italienische Staatsschuld außer Kontrolle gerät, konnte er damit nicht überzeugen.

„Eine Enttäuschung, wie sie sich bereits unzählige Male ereignet hat. Diejenigen, die eine Antwort auf die tägliche und besorgniserregende Entwicklung der Krise erwarteten, haben diese ganz sicher nicht erhalten“, meint La Stampa. Kolumnist Massimo Gramellini tauft das Ganze unverblümt Berlusconis politischen Nachruf: Ein „ausgelaugter Cavaliere“, der „nicht mehr bezirzt und auch nicht mehr entrüstet. Er langweilt. Was ist nur mit seinem Charisma geschehen?“

In La Repubblica meint Wirtschaftsexperte Tito Boeri: „Berlusconi hätte besser den Mund halten sollen. Leere Worte sind verheerender als Schweigen.“ Im Corriere della Sera ist dagegenvon einer „ideenlosen Regierung“ die Rede, die den so verschrieenen „Spekulanten“ die „schlimmstmögliche Botschaft“ gesendet hat.