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In einem an alle europäischen Länder gerichteten Solidaritätsaufruf, der in De Volkskrant erschienen ist, verurteilen drei Wirtschaftsexperten das "gerichtsvollzieherische" Verhalten, welches einige Länder, wie beispielsweise das Vereinigte Königreich und die Niederlande, gegenüber Island an den Tag legen. Island steckt tief im Schuldenberg und ist von der Wirtschafskrise geplagt. In der Tageszeitung erinnern sie nun daran, dass "kein einziges Land jemals so viele Schulden hat abbezahlen können [und dass Island] nur dann auch Gelder zurückerstatten könne, wenn es selbst wieder Kredite aufnimmt. Es handelt sich also um eine Sackgasse".

Daher bitten die Gläubiger im Namen der "europäischen Solidarität" vielmehr um ein pragmatischeres Vorgehen. Sie treten für ein "realistisches Abkommen" ein, um "irgendwann auch wieder ein Wachstum verzeichnen zu können." Die Unterzeichnenden vergleichen die Situation mit der Lage, in der sich Deutschland in den 1920er Jahren befand: "Wie Keynes es vorhergesagt hatte, war Deutschland nicht fähig, den Forderungen der alliierten Gläubiger gerecht zu werden. Es war gezwungen, Kredite aufzunehmen, aber genau das verschlimmerte seine ausländischen Schulden noch zusätzlich. Die Verzweiflung trieb seine Bevölkerung in die Arme der Rechtsextremisten. Wir wissen noch nicht, wie die Isländer, die Balten und die Ungarn auf ihre verzweifelten Situationen reagieren werden. Wir wissen nur Eines: Wir sind alle verantwortlich für die Schulden der Weltwirtschaft und wir müssen alle gemeinsam dafür kämpfen, um diese Krise zu überstehen."