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*"Der Versuch der Europäer, ihrer Außenpolitik ein ethisches Fundament zu geben, er droht zu scheitern**"*, bemerkt der *Tagesspiegel* und zitiert die Fälle von Afghanistan, Libyen und Simbabwe, wohin gerade eine Gruppe europäischer Abgesandter reiste. Libyen verfüge über große Mengen Öl, von denen jeder seinen Teil abhaben wolle, – und die Menschenrechte – sei's drum. Währenddessen *"trägt [die EU] die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte und demokratischen Standards im Fall Afghanistan und im Fall Simbabwe zumindest rhetorisch noch vor sich her"*. Ihre Schüchternheit gegenüber dem alten Diktator Mugabe lässt das Berliner Blatt dann doch perplex: Die EU plant Simbabwe wieder die Gesamtheit der Entwicklungshilfe zu Zahlen, *"auch wenn weiterhin Menschenrechtler und Angehörige der Partei des Premierministers Morgan Tsvangirai ohne Urteil festgehalten oder gefoltert werden"*. Im Umgang mit der Regierung von Hamid Karsai werde es für die Union *"schwer zu erklären, warum viel Geld europäischer Steuerzahler für die Organisation von Wahlen in Afghanistan ausgegeben wird, es aber keinerlei Konsequenzen hat, wenn es zu Wahlbetrug im großen Maßstab kommt"*, so der *Tagesspiegel*, der schliesst: *"Es gibt gute realpolitische Gründe, mit [den Regierungen] zusammenzuarbeiten. Aber vielleicht wäre es angebracht, zumindest einzugestehen, dass die Demokratisierungsbemühungen im Land gescheitert sind."*