„Der Norden geht unter” titelt Hospodářské Noviny am vierten Tag des Hochwassers in Böhmen. Während sich die Lage in Prag, wo die Moldau ihren Höchststand erreicht hat, langsam entspannt, bedroht nun die Elbe Ústí nad Labem und den Norden des Landes, meldet die Wirtschaftstageszeitung:

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Das zweite Jahrhunderthochwasser innerhalb von 11 Jahren ist eine Katastrophe für die Region, die noch dazu unter hoher Arbeitslosigkeit, mangelnder Industrie, sozialen Spannungen und verschuldeten Kommunen leidet.

Das Hochwasser der Donau macht auch Österreich schwer zu schaffen, vor allem in Salzburg, Tirol und dem Vorarlberg. Die Presse berichtet, dass „rund 400.000 Wohnobjekte in einer Gefahrenzone für Hochwasser oder Lawinen gebaut wurden. Davon stehen 150.000 in der ‚roten Zone’, in der es eine kontinuierliche Gefährdung gibt”. Der Zeitung zufolge wollen nun

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manche Länder schärfere [Bau-]Regeln etablieren. Flussflächen sollen unangetastet bleiben oder sogar zurückgebaut werden. [...] Für die Opfer des aktuellen Hochwassers sind solche Gedanken [jedoch derzeit] wohl zweitrangig – für sie geht es um die aktuellen Schäden an ihren Häusern. Hilfe soll vom Bund kommen: Ungeachtet der Budgetlage soll das Geld zur Soforthilfe aufgebracht werden, [...] egal, wie viel notwendig wird, versicherte Bundeskanzler Werner Faymann.

In Deutschland hat Kanzlerin Angela „Merkel 100 Millionen als Fluthilfe zugesagt”, titelt der Tagesspiegel. Im Bayrischen Passau erreichte die Donau einen Rekordpegelstand von über 12 Metern — „das schlimmste Hochwasser seit einem halben Jahrhundert”. Drei Monate vor den Bundestagswahlen hebt die Zeitung die „auffällige Unauffälligkeit von Angela Merkel bei ihren jüngsten Besuchen der Überschwemmungsgebiete hervor:

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Es ehrt Angela Merkel, dass sie [...] auf Gummistiefel verzichtete. Demonstrativ unscheinbar zeigte sie sich. Denn sie ahnte wohl, dass jede Geste eine zu viel sein kann. [...] Merkel musste sich unterinszenieren, um nicht überinterpretiert zu werden.

„Das Wasser droht das ganze Land zu überfluten”, titelt Népszava in Budapest. Ungarn bereitet sich ebenfalls auf ein Jahrhunderthochwasser der Donau vor. Der Pegelstand des Flusses könnte 8,75 Meter erreichen, 15 Zentimeter mehr als die Rekordhöhen von 2002 und 2006. Die Tageszeitung berichtet, dass

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am gestrigen 4. Juni von Ministerpräsident Viktor Orbán der Notstand ausgerufen wurde. […] Die Politik nimmt die Lage sehr ernst und will alle verfügbaren Kräfte des Landes (8.000 Soldaten und 8.000 Sanitäter) in den von der Flut bedrohten Regionen bereitstellen.