Syriza, angeführt von Alexis Tspras (40), erreichte 36,3% der Stimmen, bzw. 149 der 300 Sitze im Parlament. Die Partei hat angekündigt, mit der rechtspopulistischen Partei „Unabhängige Griechen“ eine Koalition zu bilden.

„Griechenland rückt nach links“ titelt die deutsche Die Tageszeitung und illustriert die Titelseite mit einer Karte des Mittelmeers, auf der Griechenland im Westen Italiens zu sehen ist. „Griechenland hat demokratisch gewählt. Das Ergebnis verdient Respekt“, schreibt Klaus Hillenbrand, und fügt hinzu, dass das Votum „Chancen und Risiken“ birgt. –

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Zunächst einmal ist der Sieg von Syriza eine Chance dafür, dass sich Griechenland von jahrzehntelanger Korruption und Vetternwirtschaft befreit. [...] Syriza kommt nicht darum herum, mit den europäischen Geldgebern in Verhandlungen zu treten. Andernfalls [...] ist Griechenland in ein paar Monaten zahlungsunfähig. [...] Die Europäer sind gut beraten, diese anstehenden Gespräche mit aller Ernsthaftigkeit zu führen.

Die Welt titelt mit „historischer Linksruck in Griechenland“ und schreibt, dass Griechenland „dringend eine handlungsfähige Regierung” braucht. Am Montag soll ein Treffen der Finanzminister der Eurozone stattfinden –

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Börsenexperten [...] gehen davon aus, dass die Syriza-Partei nicht dauerhaft auf Konfrontationskurs mit den Geldgebern gehen wird. So gehen die Analysten der Commerzbank davon aus, dass Athen kein Interesse daran hat, die Unterstützung der EU zu verlieren, und ein Ausscheiden aus der Euro-Zone somit unwahrscheinlich sei.

In Spanien titelt El Periódico mit „Die Griechen haben genug“, und betont, dass die „Griechen laut und deutlich ‚nein’ zu Sparmaßnahmen gesagt haben.“ Brüssel, „nach dem alle möglichen Alarmglocken geläutet wurden, hat sich auf den Sieg von Syriza vorbereitet, ohne an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen, wie es die Partei Tsipras’ wünscht“, schreibt die Tageszeitung aus Barcelona –

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Niemand will, dass Athen aus dem Euro ausscheidet. Klar ist das Schuldenniveau hoch, aber es gibt Möglichkeiten, das Zeitlimit auszudehnen und Rabatte zu verhandeln, so lange diese nicht mit Annullierungen gleichgesetzt werden. Die EU versteht es, pragmatisch zu handeln und Tsipras hat auch bewiesen, dass er seine Rhetorik herabsetzen kann. [...] Nur die Zeit wird zeigen ob das die Veränderung ist, die Griechenland und Europa benötigen. Für den Moment wurde aus Empörung Hoffnung.

„Griechenland und Europa auf Kollisionskurs nach Wahlgewinn der Linken“, schreibt The Independent auf seiner Titelseite und fügt hinzu, dass ein Konflikt aufgrund der noch nie dagewesenen Situation einer Anti-Austeritäts-Partei unausweichlich scheint. Syriza und die Europäische Union könnten jedoch durchaus eine Einigung erzielen –

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Theoretisch ist eine radikale Partei wie Syriza besser positioniert, um strukturelle Reformen einzuführen, als jene des ehemaligen Premierministers Antonis Samaras, der das politische und wirtschaftliche Establishment repräsentiert. Eines der Probleme für die Troika ist, dass Reformen deshalb nicht legitim erschienen, weil sie von außerhalb – vor allem von Deutschland – auferlegt wurden. Ein Kompromiss zwischen Griechenland und der EU müsste möglich sein – aber das Problem, dass die EU-Spitzen die besseren Karten haben und dazu verleiten sein könnten, ihren Willen unabhängig der Wählerentscheidung aufzuzwingen, bleibt bestehen.

Die Bukarester Tageszeitung Adevărul bezieht sich auf die Worte von Tsipras und schreibt, dass der Sieg Syrizas „für alle Menschen Europas ist.“ Dennoch stellt das Blatt die Frage: „Wann werden wir den Populismus sehen?“

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Tsipras ist ein Star in der sozialistischen, anarchistischen und populistischen politischen Landschaft in Griechenland und hat nun die Chance, Europa in Angst zu versetzten. Es gibt viele ‚Tsipras’ in Europa – links und rechts. [...] Aber was bedeutet Tsipras’ Aufstieg zur Macht? Vor allem bedeutet er, dass wenn die Bevölkerung nicht spürt, dass sich Dinge zum Besseren entwickeln, sie aufwachen kann und einen jungen, populistischen, anti-system Politiker finden kann um das Land zu regieren.