Der italienische Senator auf Lebenszeit Giulio Andreotti ist am 6. Mai im Alter von 94 Jahren in Rom gestorben.
Mit ihm starb eine der bedeutendsten politischen Persönlichkeiten des Italiens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von 1946 bis 1991 war er Abgeordneter der lange Zeit allmächtigen Christdemokratischen Partei, sieben Mal Regierungschef, und 21 Mal Minister.
Sein politisches Geschick und seine Fähigkeit, Skandale zu überstehen, brachten ihm mehrere Beinamen ein — darunter „Beelzebub”, der „Göttliche” (Il Divo) oder „der Fuchs”, wie Corriere della Sera anmerkt:
Weder die Prozesse über Verbindungen zur Mafia — von denen er freigesprochen wurde, bei manchen Delikten hingegen allein aufgrund der Verjährungsfrist — , noch das Machtspiel, welches Regeln, Referenzen und Mitspieler hatte, die Lichtjahre von ihm entfernt waren, konnten ihm das Genick brechen. Solange die Welt zwischen Westen und kommunistischem Osten aufgeteilt war, erschien er unvergänglich. Dies war „seine” Welt, in welcher er sich mit der Klasse und dem Zynismus eines Mannes bewegte, dem sowohl der Schein als auch die Kulissen vertraut waren.
Seit den 1980er Jahren und der Finanzialisierung der Wirtschaft haben uns die Akteure der Finanzwirtschaft gelehrt, dass sich hinter jeder Gesetzeslücke eine kurzfristige Gewinnmöglichkeit verbirgt. All das und mehr diskutieren wir mit unseren Investigativ-Journalisten Stefano Valentino und Giorgio Michalopoulos. Sie haben für Voxeurop die dunklen Seiten der grünen Finanzwelt aufgedeckt und wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
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