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Cavaco Silva rebelliert gegen “Merkozy”

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Veröffentlicht am 13 Oktober 2011

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Nach Rom protestiert nun auch Lissabon gegen das "Merkozy"-Tandem, welches das Schicksal der EU am liebsten ganz allein entscheiden würde. Aníbal "Cavaco Silva hat sich klar gegen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy gestellt", berichtet Público. Anlässlich seines Italien-Besuchs am 12. Oktober, erklärte der Staatspräsident seine Besorgnis darüber, dass sich innerhalb der Union ein "Direktorium herausbildet, welches die Institutionen der Gemeinschaft in den Wind schlagen und deren Handlungsbefugnisse einschränken könnte, obwohl es weder dazu beauftragt, noch anerkannt wurde". Ein "falscher" und "gefährlicher" Weg, um aus der Euro-Krise herauszufinden, wird der Staatspräsident in der Tageszeitung aus Lissabon zitiert.

Seiner Meinung nach kann die Euro-Krise nur behoben werden, wenn "die EU-Wirtschaftsregierung ausgebaut wird", die Gemeinschaft mehr zusammenarbeitet und die Europäische Kommission als eine Art "institutionelles Scharnier" fungiert.

Diese "Rede hat Europa bisher gefehlt", jubelt Público. Laut der Tageszeitung weiß Cavaco nur allzu gut, dass „so schwache und randständige Länder wie Portugal nur davon profitieren können, wenn die Institutionen der Gemeinschaft über mehr Machtbefugnisse verfügen. Sollten sie nämlich herausgehalten werden, so könnten sie alles verlieren. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass er auf das Risiko hinwies, die Macht [innerhalb der EU] könnte sich zu sehr in den Händen einiger - insbesondere der mächtigsten - Mitgliedsstaaten konzentrieren."

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