Was bleibt von der Linken in Großbritannien ? Diese Frage stellt sich nach der historischen Niederlage der Labour-Partei bei den Kommunalwahlen am 7. Mai. In England konnte Labour von den 5.066 zu besetzenden Sitzen in den Kommunalparlamenten nur 1.068 erringen und verzeichnete damit einen deutlichen Verlust (-1.496 Sitze). Auch die Konservative Partei musste Einbußen hinnehmen: Sie verlor 563 Sitze und kam auf nur 801.

Die große Gewinnerin dieser Wahl ist die rechtsextreme Partei Reform UK von Nigel Farage. Mit 1.453 neu gewählten Ratsmitgliedern (zuvor hatte sie nur zwei) verschafft sich die 2018 im Zuge des Brexits gegründete Partei eine lokale Basis, die ihr bei den für 2029 geplanten Parlamentswahlen zugutekommen wird. Der Aufstieg von Reform UK sowie der Erfolg der Grünen (587 Ratsmitglieder, +441) und der Liberaldemokraten (844, +155) bringt das britische Zweiparteiensystem ins Wanken.

Bei den Parlamentswahlen in Schottland und Wales, die am selben Tag stattfanden, schaffte Reform UK den Einzug in die Parlamente von Edinburgh und Cardiff, vor allem auf Kosten der Labour-Partei und der Konservativen.

Manche sehen in der Niederlage der Linken eine Absage an den Labour-Premierminister Keir Starmer, dessen politisches Überleben in diesen Tagen auf dem Spiel steht. War Starmer schon vor seinem Einzug in die Downing Street Nr. 10 eine polarisierende Figur im linken Lager, so ist er heute extrem unbeliebt. Grund dafür sind eine Reihe katastrophaler politischer Entscheidungen und Skandale. Er muss nun das Land erneut überzeugen und seine Partei besänftigen, da einige Mitglieder bereits über seine Nachfolge diskutieren.

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