Welche Doktorarbeit kann sich schon einer solch großen Leserschaft rühmen? Nachdem Berichte letzte Woche enthüllt hatten, dass der deutsche Verteidigungsminister Teile seiner Doktorarbeit ohne Kennzeichnung abgeschrieben hatte, machte sich am Wochenende ein guter Teil Deutschlands daran, nach Plagiats-Fällen in Karl-Theodor zu Guttenbergs Dissertation zu suchen. Das Ergebnis steht auf der Eins der Frankfurter Rundschau unter dem Titel „Der Schummel-Code des Dr. G.“. Auf 270 von 407 Seiten sind Plagiate erwiesen, heißt 68,7 Prozent der Arbeit, schreibt die Tageszeitung. Der Minister verzichtete am Montagabend auf seinen Doktortitel und gestand „gravierende Fehler“ beim Verfassen seiner Dissertation ein. Einen Rücktritt lehnte er aber ab. Für den ehemaligen Vorzeige-Minister des Merkel-Kabinetts ist dies der zweite Skandal in kurzer Zeit, nach den Enthüllungen zum Bundeswehr-Schulschiff Gorch Fock.
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