Erneuerbare Energien

Die Energiewende wird die Deutschen teuer zu stehen kommen

Veröffentlicht auf 2 September 2013 um 14:56

Aufgrund der „Energiewende”, die Deutschland im Jahr 2000 in Angriff nahm, könnten die Stromkosten für Privatpersonen 2014 um bis zu 20 Prozent zu steigen, sorgt sich die Süddeutsche Zeitung kurz vor der Veröffentlichung des Sondergutachtens zur Energiewende, das die von der Bundesregierung beauftragte Monopolkommission angefertigt hat. Der Tageszeitung zufolge kommen auf einen Dreipersonen-Haushalt jährlich 40 Euro Mehrkosten hinzu. Und das obwohl der Börsen-Strompreis „zurzeit so billig wie lange nicht mehr ist“.

Für diesen Widerspruch ist die Beteiligung der Stromkunden an der Finanzierung der „Energiewende“ verantwortlich. Laut Zeitungsbericht hat das große Angebot zum Fall des Börsenpreises geführt. Weil die Netzbetreiber den Produzenten aber einen Festpreis für die grüne Energie bezahlen müssen, die sie ihnen abkaufen, schlagen sie die Differenz zwischen diesem Festpreis und dem Marktpreis auf die Rechnungen der Kunden drauf [um kein Geld zu verlieren]. Je billiger also der Börsenpreis, desto höher die Umlage für die Endkunden.“

Ein „absurdes“ Modell, urteilt die Süddeutsche Zeitung, das in Deutschland immer umstrittener ist. So widmet sich auch Der Spiegel dieser Problematik und veröffentlicht diese Woche ein Dossier zum „Strom-Phantom”, das die Politik der Energiewende gefährden könnte.

Die Kritik geht soweit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits ankündigte, das Gesetz aus dem Jahr 2000 nach der Bundestagswahl vom 22. September umgehend reformieren zu wollen. Ihr sozialdemokratischer Herausforderer Peer Steinbrück verurteilte das Energiewende-Management der Regierung als „desaströs“, fügt Der Spiegel hinzu.

Das Beste vom europäischen Journalismus jeden Donnerstag in Ihrem Posteingang!

Interessiert an diesem Artikel? Wir sind sehr erfreut! Es ist frei zugänglich, weil wir glauben, dass das Recht auf freie und unabhängige Information für die Demokratie unentbehrlich ist. Allerdings gibt es für dieses Recht keine Garantie für die Ewigkeit. Und Unabhängigkeit hat ihren Preis. Wir brauchen Ihre Unterstützung, um weiterhin unabhängige und mehrsprachige Nachrichten für alle Europäer veröffentlichen zu können. Entdecken Sie unsere drei Mitgliedschaftsangebote und ihre exklusiven Vorteile und werden Sie noch heute Mitglied unserer Gemeinschaft!

Sie sind ein Medienunternehmen, eine firma oder eine Organisation ... Endecken Sie unsere maßgeschneiderten Redaktions- und Übersetzungsdienste.

Unterstützen Sie den unabhängigen europäischen Journalismus

Die europäische Demokratie braucht unabhängige Medien. Voxeurop braucht Sie. Treten Sie unserer Gemeinschaft bei!

Zum gleichen Thema