Das dramatische Tauziehen in der zyprischen Rettungsfonds-Krise hat die EU-geförderte Untersuchung zur Frage, ob zypriotische Banken für russische Kriminelle Geld waschen, von der Bildfläche verschwinden lassen, schreibt EUobserver.
Durchgeführt wird die am 20. März begonnene 11-tägige Untersuchung von Moneyval, dem Anti-Geldwäsche-Ausschuss des Europarates und einer unbekannten privaten, internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die von der Zentralbank Zyperns beauftragt wurde. Das Internet-Nachrichtenportal befürchtet, dass die Geldwäscheproblematik zum Stolperstein für den Rettungsplan werden könnte.
In erster Linie drängte die deutsche Regierung zu der Kontrolle, denn die sozialdemokratische Opposition drohte, ohne Aufklärung der Geldwäschevorwürfe die Hilfszahlungen für Zypern zu blockieren. [...] Man könnte fast meinen, dass sich die niederländischen, finnischen und deutschen Parlamente im April bei der Abstimmung über die 10 Milliarden Euro für Zypern rächen wollen.
Darüber hinaus fragt sich die Internetseite, was die Kontrolle in so kurzer Zeit erreichen kann und weist darauf hin, dass mehr als 40 Banken mit rund 130 Milliarden Euro Kapital überprüft werden müssen.
Seit den 1980er Jahren und der Finanzialisierung der Wirtschaft haben uns die Akteure der Finanzwirtschaft gelehrt, dass sich hinter jeder Gesetzeslücke eine kurzfristige Gewinnmöglichkeit verbirgt. All das und mehr diskutieren wir mit unseren Investigativ-Journalisten Stefano Valentino und Giorgio Michalopoulos. Sie haben für Voxeurop die dunklen Seiten der grünen Finanzwelt aufgedeckt und wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
Veranstaltung ansehen >